5 Jahre „PlusBus“: Erfolgsmodell für Busverkehr in ländlichen Regionen

Dies ist eine Presseinformation des VDV

Zum fünfjährigen Bestehen der ersten PlusBus-Linien im Mitteldeutschen Verkehrsverbund (MDV) spricht sich der Verband Deutscher Verkehrsunternehmen (VDV) für eine deutliche Stärkung des vertakteten Busverkehrs in ländlichen Räumen aus.

„Wir brauchen eine ÖPNV-Offensive für ländliche Räume. Das PlusBus-Konzept zeigt, dass man mit kundenorientierten und verlässlichen Angeboten auch auf dem Land beachtliche Fahrgastzuwächse im Nahverkehr erzielen kann“, so VDV-Präsident Ingo Wortmann.

Im Dezember 2013 hatte der MDV zeitgleich mit der Einführung des Mitteldeutschen S-Bahn-Netzes die ersten 26 PlusBus-Linien in Betrieb genommen, damit die Angebotsverbesserungen der neuen S-Bahn auch den Bewohnern in der Fläche zugutekommen. Das verbesserte Busangebot auf den Hauptachsen wird von den Fahrgästen sehr gut angenommen. Auf den inzwischen 36 Linien im MDV-Gebiet sind die Fahrgastzahlen seitdem um durchschnittlich 18 Prozent gestiegen.

„Dieser Erfolg macht deutlich, dass es möglich ist, auch in ländlichen Räumen die Menschen mit einem guten Angebot vom Umstieg in den Nahverkehr zu überzeugen. Das muss das Ziel sein, wenn wir in Deutschland künftig auch außerhalb von Großstädten und Ballungsräumen Verkehr umweltfreundlicher gestalten und den Marktanteil des ÖPNV erhöhen wollen. Die Förderung des Regionalbusverkehrs auf Hauptachsen ist dabei ein entscheidender Baustein“, so Wortmann weiter. Insbesondere die zunehmenden Pendlerverkehre haben der VDV und seine Mitglieder dabei im Blick: Laut einer aktuellen Studie des Bundesinstituts für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR) pendeln rund 60 Prozent der Beschäftigten in Deutschland täglich zwischen Wohn- und Arbeitsort, viele davon zwischen Stadt und Land. „Bei einem vertakteten, regelmäßigen Linienbusverkehr muss genau in diese Verbindungen verstärkt investiert werden, dort liegt das größte Potenzial für Fahrgastzuwachs im ländlichen ÖPNV“, erklärt Wortmann. Das PlusBus-Konzept verfolgt deshalb den Ansatz, Bahn und Bus in ländlichen Räumen gemeinsam zu denken. Darum sind Anschlüsse an wichtigen Verknüpfungspunkten wie Bahnhöfen mit kurzer Wartezeit, der einheitliche Stundentakt montags bis freitags, Taktverkehr auch am Wochenende und eine direkte Linienführung ohne Umwege zentrale Angebotsmerkmale. Die bisherigen Erfahrungen zeigen, dass dieses Konzept funktioniert: Die Umsteigerzahlen zum Schienenpersonennahverkehr (SPNV) haben sich auf einigen Linien verdoppelt, der SPNV in der Fläche profitiert somit ebenfalls vom PlusBus.

Erfolgsmodell PlusBus fährt inzwischen auch in anderen Verkehrsverbünden

Neben dem MDV sind inzwischen auch bei Unternehmen im Verkehrsverbund Berlin-Brandenburg (VBB) und im Verkehrsverbund Oberelbe (VVO) PlusBusse im Einsatz. Insgesamt 60 solcher Linien gibt es bereits bundesweit, weitere stehen in den Startlöchern: Zum Jahreswechsel nimmt in der Lausitz die erste bundesland- und verkehrsverbundübergreifende Linie Hoyerswerda – Spremberg – Cottbus zwischen VVO und VBB ihren Betrieb auf. „Ziel muss es sein, den regionalen Busverkehr auf den Hauptachsen bundesweit zu einer stabilen Säule des ÖPNV auszubauen und auch als wichtigen Standortfaktor einer Region zu etablieren. Der PlusBus zeigt, dass das geht“, so Wortmann abschließend.

Pressekontakt:

Lars Wagner
Leiter Kommunikation und Standort Berlin
Pressesprecher
Verband Deutscher Verkehrsunternehmen e. V. (VDV)
Leipziger Platz 8 ∙ 10117 Berlin
Tel.: 030 399932-14
wagner@vdv.de ∙www.vdv.de